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Namibia 2016 / Teil 1


Als der Entscheid viel nochmals eine längere Auszeit mit dem Landy zu machen, wollten wir vorallem den Innenausbau und elektrische Ausbauten verbessern. Die Zeit drängte und Erich gab alles, damit Bushbaby rechtzeitig zur Verschiffung bereit war.  Auch die unendlichen organisatorischen Angelegenheiten haben wir auf den letzten Drücker geschafft.

Am 3. Juni 2016 konnten wir das Fahrzeug nach Basel zur Verschiffung bringen. Der Landy trat seinen Reiseweg auf dem Rhein bis Antwerpen an, wo er dann auf das Containerschiff Richtung Walvis Bay/Namibia umgeladen wurden. Es klappte alles wie am Schnürrchen und das Schiff war sogar eine Woche zu früh in Namiba.

Wir starteten unsere Reise am 6. Juli 2016 via Zürich-München-Windhoek. Der Flug mit Condor verlief problemlos und auch die Einreise am Flughafen in Windhoek klappte gut und wir haben ohne grosse Diskussion 90 Tage Aufenthaltsdauer in unsere Pässe bekommen. Glück gehabt. Am Flughafen übernahmen wir unser kleines Mietauto und fuhren zu unseren Freunden Ilza & Gerd.

Sie sind gerade erst vor ein paar Tagen in ein neues Haus umgezogen und waren vorallem über Erich's Hilfe froh. Er konnte seine Fachkenntnisse und Schweizer Präzision gleich in die Tat umsetzen und montierte zwei Tage lang, Bilder, Gittertore und noch vieles mehr. Es machte Freude unseren Freunden etwas von ihrer Gastfreundschaft zurückzugeben und wir genossen die Tage bei ihnen sehr. Doch leider mussten wir bald Abschied nehmen, den unser Bushbaby wartet schon sehnsüchtig auf uns.

Am 11. Juli 2016 ging es mit unserem Mietauto nach Swakopmund und am anderen Tag konnten wir endlich unseren Landy wohlbehalten in Empfang nehmen. In Swakop haben wir ein kleines Apartement gemietet und bereiten uns auf die bevorstehende grosse Reise vor und geniessen noch die tolle Infrastruktur wie feine Restaurants, Shops und vorallem das mega tolle sonnige und warme Wetter (ohne Nebel). In zwei Tagen beginnt das Abenteuer, unsere erstes Ziel Spitzkoppe, Messum Krater, Doros Krater bis Twyfelfontein.

Hier ein paar Impressionen unserer Vorbereitungen / Ankunft etc. (waren noch fotofaul und haben bis jetzt nur Handyfotos geknipst):






Spitzkoppe

Unsere erste Etappe führte uns zur Spitzkoppe, ein wunderschönes Gebiet mit Steinformationen und einem Berg, den man auch das kleine Matterhorn nennt. Dort genossen wir die herrliche Landschaft,  das Campieren unter Sternenhimmel und machten auch eine kleine Wanderung bei angenehmen Temperaturen.







Cape Cross - Messum Crater nach Ugab Rhino Camp

Von der Spitzkoppe fahren wir über die D1918 nach Henties Bay. Hier kaufen wir nochmals etwas ein und machen auch den Tank von Bushbaby voll. Nächstes Ziel ist das Ugab Rhino Camp an diesem Tag zu erreichen. Wir sind aber eigentlich zu spät dran und haben keine Lust durch die Landschaft zu rasen. Und da wir ja unter keinem Zeitdruck reisen, entschliessen wir uns spontan nochmals  einen Abstecher zur Robbenkolonie Cape Cross zu machen. Auch das herrliche warme und sonnige Wetter an der Küste bietet sich geradezu an. Am Cape Cross lebt einer der grössten Robbenkolonien der Welt (ca. 250'000) und es ist eindrücklich die Tiere zu beobachten. Viele tummeln sich im Wasser, aber die Meisten liegen faul in der Sonne. Es herrscht keine Ruhe, die Seebären schreien ohrenbetäubend vor sich hin und auch der "Geschmack" den die Tiere abgeben, ist nicht für jede Nase geeignet. Eigentlich gäbe es direkt im Naturschutzgebiet ein rudimänteres Camp, direkt am Meer, aber leider ist zu dieser Zeit ist das Campieren nicht möglich. Schade, die Lage wäre herrlich gewesen. Also übernachten wir auf dem Camping der Cape Cross Lodge. Dieser ist schön gemacht, sauber und bietet sämtliche Infrastruktur. Am Abend geniessen wir das Essen im Restaurant und stossen mit einem Rotwein auf unseren 20. Hochzeitstag an.

Am anderen Tag ging die Fahrt über den Messum Crater nach Ugab Rhino Camp. Die Landschaft ist eindrücklich und wir begegnen den ganzen Tag keiner Menschenseele. Am Strassenrand findet man viele der Urpflanzen Welwitschia. Einige sind riesig und schon hunderte Jahre alt. Sie sind richtige Überlebungskünstler und brauchen fast kein Wasser. Die Feuchtigkeit von Nebel reicht aus. Am Nachmittag erreichen wir das rustikale Ugab Rhino Camp, wunderschön am Revier Ugab gelegen, umgeben von schroffen Bergen. Uns gefällt es hier, darum bleiben wir gerne zwei Tage bevor die Reise weitergeht.





Ugab Rhino Camp bis nach Twyfelfontein

Wir haben uns schon so gut wieder eingelebt in Namibia und fühlen uns richtig wohl und geniessen die unbeschreibliche Landschaft, die Ruhe, die Weite und die vielen verschiedenen Farben der Natur. Weiter führt uns die Strecke über den Divorce Pass, Doros Krater bis nach Twyfelfontein und schliesslich nach Kamanjab ins Oppi Koppi Restcamp. Das ist ein Treffpunkt für Langzeitreisende mit eigenem Fahrzeug. Hier treffen wir Ursi & Heiko, welche mit ihrem 90er-Landy die Westroute Afrikas gefahren sind sowie Conny & Thomi mit ihrem MAN-Actionmobil. Sie sind schon ein paar Jahre unterwegs. Es gibt viel zu erzählen und lustige Abende.




Palmwag Concession / Crowthers Trail bis Purros

Nachdem alle Vorräte wieder aufgestockt wurden, machten wir uns über den Grootbergpass auf nach Palmwag. Eine Nacht verbrachten wir in der Palmwag Lodge auf dem Camping. Doch leider ist es nicht mehr wie früher, die Ursprünglichkeit ging leider durch die Renovation verloren. Es wurden zusätzliche Plätze gebaut und neu gibt es keine eigenen Duschen und WC mehr, sondern nur noch gemeinsame. Auch die Preise wurde massiv erhöht.

Am nächsten Tag bezahlten wir die Permitgebühren, damit man durch die Palmwag Concession bzw. den Crowther's Trail fahren konnten. Wir liessen uns für diese wunderschöne Strecke 3 Tage Zeit und genossen die Einsamkeit. Hier traffen wir auf unsere ersten Wüstenelefanten und weitere viele Tiere wie Oryx, Giraffen, Strausse und als besonderes Highlight hatten wir Glück noch ein seltenes Nashorn (Black Rhino) zu sehen. Weiter ging die Fahrt ein Stück durch den Hoanib bis zur Poort und dann über den Xhuxub durch den Purros Canyon bis nach Purros.






Unser Ziel - Camp Syncro am Kunene

Eigentlich haben wir auf dieser Reise kein Ziel und keine festen in Stein gemeiselten Pläne und Routen. Von Anfang an war aber für uns klar, dass wir Sarah und Ryan im hohen Norden des Kaokevelds am Kunene River besuchen werden.

Langsam kommen wir diesem gesteckten Ziel immer näher. Nach zwei erholsamen Tagen im schönen Community Camp von Purros, geht es weiter nördlich ins Kaokeveld. Wir fahren durch das Trockenrevier des Hoarasib, folgen dann dem Khumib bis Orumpembe, nach Onjuva wo wir auf dem Marble Camp übernachten. Der direkte Weg würde dann über den Rooidrum ins Marienflusstal führen. Wir entscheiden uns aber den Umweg Richtung Hartmannstal zu nehmen und prompt unterschätzen wir die Zeit und merken, dass wir es bis zum Eintritt der Dunkelheit nicht bis zum Camp Syncro schaffen. Kurz vor Sonnenuntergang finden wir aber ein schönes Schlafplätzchen in einm kleinen Trockenfluss und geniessen die Einsamkeit und die absolute Stille.





Ziel erreicht - Camp Syncro am Kunene

Nach 17 Tagen erreichen wir endlich unser Ziel und werden herzlich begrüsst von unseren Freunden Sarah & Ryan. Sie haben eine Überraschung für uns bereit und wir dürfen im schönen Gästebungalow übernachten und uns von der langen Anfahrt erholen. Wir geniessen es in vollen Zügen, ein bequemes Bett, eigene super Dusche und einen schönen Garten mit vielen Chillisträuchern und die Aussicht auf den Kunene. Als Dankeschön laden wir die beiden am 2. August zu einem verspäteten Nationalfeiertags-Fondue ein. Das mitgebrachte Käsefondue inkl. selbstgebackenem Brot schmeckt wunderbar. Da wir ja Zeit haben und auch nicht vor hatten gleich wieder abzureisen, bleibt auch genügend Zeit mit den beiden zu Quatschen und sie nehmen sich auch die Zeit uns die Umgebung und die Menschen dieses schönen Fleckchen Erde zu zeigen. So machen wir einen "Arbeitsausflug" in die nähere Umgebung. Zuerst besuchen wir "Mama", die älteste Himbafrau im Marienflusstal (geschätztes Alter ca. 80 Jahre alt). Sie hat noch erlebt, dass in diesem Tal Elefanten und viele andere wilde Tiere lebten. Leider wurden beim Grenzkrieg Namibia/Angola alles niedergeschossen und gewildert. Ihr bringen Sarah & Ryan einmal im Monat etwas Maismehl (Millipap), Feuerholz und für den Genuss etwas Tabak. Die Frau ist sehr herzlich und zeigt dies auch deutlich. Aus Respekt haben wir es aber gelassen von ihr ein Foto zu machen. Weiter ist in der Nähe des heiligen Berges ein Zaun einer Grabstätte zu flicken, unterwegs kontrollieren wir die Wasserpumpen für die Rinder und dann geht es noch in ein Himbavillage, wo Sarah & Ryan noch ein zusätzliches Huhn für ihren Hühnerstall kaufen. Dieses muss aber zuerst eingefangen werden und dies ist ein Gaudi für die Himbajungs.

Die beiden machen auf Camp Syncro einen super Job und sind mit Herzblut dabei das kleine Paradies zu verschönern und kümmern sich auch um die ankommenden Campinggäste. Von Südafrikanern aus Stellenbosch werden wir spontan zum Braai eingeladen und da einer davon Winzer in Stellenbosch ist, kommen wir auch beim guten .Wein nicht zu kurz. Die Südafrikaner sind sehr gastfreundlich und so erhalten wir am anderen Morgen gleich noch ihre Adresse, damit wir ihnen dann einen Besuch abstatten in Stellenbosch.

Mein Wunsch meinen Geburtstag hier zu feiern, ging in Erfüllung. Als Überraschung luden uns Sarah & Ryan zu einer Sundownerfahrt ein. Mit dabei auch die Reisenden Heike & Dennies, die uns von anfang an sehr sympatisch waren. Sie reisen jeweils ein paar Monate mit ihrem Landcruiser durchs südliche Afrika.

Nach 7 Tagen hiess es dann aber schweren Herzens Abschied zu nehmen, wir wollten die Gastfreundschaft nicht länger strapazieren und waren auch fit und neugierig auf weitere Abenteuer in Namibia. Liebe Sarah & Ryan, herzlichen Dank für ALLES - wir kommen wieder...das ist eine Drohung :-)